Großer Drogenprozess (Chrystal) beendet

22.07.2016 10:17
Der große Nürnberger Drogenprozess ist (was meinen bzw. unseren Mandanten angeht) mit einem sehr guten Ergebnis abgeschlossen. Er muss zunächst für 3 Jahre (abzüglich 1 Jahr U-Haft) in Strafhaft, danach 2 Jahre in Therapie und hat dann die Chance auf Aussetzung der Reststrafe zur Bewährung. Insgesamt erhielt er eine Gesamtfreiheitsstrafe in Höhe von 10 Jahren, was vor dem Hintergrund des zweifachen Handels von Chrystal Meth (einmal 1 Kg und einmal 1,5 Kg (!)) als ausgesprochen gutes Verhandlungsergebnis bezeichnet werden darf. Die Zusammenarbeit mit Herrn Kollegen Rechtsanwalt Tessen aus Berlin im Rahmen der gemeinsamen Verteidigung des Mandanten verlief ausgesprochen professionell und effektiv. Weitere Drogenprozesse aus dem gleichen Gesamtsachverhalt am Landgericht Würzburg bzw. am Landgericht Nürnberg wurden ebenfalls durchgeführt, z.T. mit langjährigen Haftstrafen (u.a. 11 Jahre ohne Therapie). Die Besonderheit dieses Falles lag an der sog. Zäsurwirkung: Zwischen Handel Nr.1 (1 Kg) und Handel Nr.2 (1,5 Kg) lag ein rechtskräftiges Urteil, das nur mit der ersten Tat zu einer Gesamtstrafe verbunden werden konnte. So stand zwischenzeitlich durchaus ein Haftstrafe von über 15 Jahren im Raum! Das Gericht hat im Urteil jedoch das sog. Gesamtstrafenübel angemessnen berücksichtigt, worauf die Verteidigung hingewirkt hat. Das Ergebnis beruht auf einer sehr ausführlichen und sehr wichtigen Verfahrensabsprache mit dem Gericht auf Grundlage der Strafprozessordnung. Die Einlegung der Revision gegen dieses Urteil vom gestrigen Tag ist seitens der Verteidigung nicht beabsichtigt. Möglicherweise wird dies seitens der Staatsanwaltschaft geprüft, da ihre Schlussanträge auf 10 Jahre und 6 Monate plus 20.000 € Verfall von Wertersatz nicht durchgegangen sind. Verfall wurde gem. Verteidiger-Plädoyer nur in Höhe von 1000 € angeordnet, weil es keinen Sinn macht, einen zukünftig Therapierten in die Überschuldung zu entlassen.
 
 

 

 

 

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